Suche

Internationaler Lehrpfad durch das Lausitzer und Zittauer Gebirge

Die Route führt über die Felsen Bílé kameny (Elefantensteine), Krkavčí skály (Rabensteine) zum tschechisch-deutschen Grenzübergang Hrádek nad Nisou (Grottau) – Loučná/Hartau und weiter über Töpfer und zurück über den Grenzübergang Lückendorf /Petrovice. Dann führt sie weiter zum Schloss Lemberk und zurück nach Jítrava über Polesí. Der Hauptpfad kann durch zwei markierte Verbindungswege abgekürzt werden – Polesí – Horní sedlo und Petrovice – Krásný důl.

Die Route verläuft durch den östlichen Teil des Lausitzer und Zittauer Gebirges, teilweise entlang der Linie einer bedeutenden geologischen Störung, der sog. Lausitzer Verwerfung. An 27 Stationen macht er die Besucher mit naturwissenschaftlichen und kulturellen Sehenswürdigkeiten, der Geschichte der Besiedlung, der Touristik und des Bergsteigens zu beiden Seiten des Gebirges bekannt. 

Bílé Kameny (Weiße Steine, auch Elefantensteine)

Naturdenkmal Bílé kameny (Weiße Steine), die im Volksmund auch Elefantensteine genannt werden und in der Tat an die Rücken einer stehenden Herde von Elefanten erinnern und aufgrund ihrer hellen, beinahe schneeweißen Farbe besondere Sandsteine sind. Die Felsen bestehen aus schräg geneigten Schichten hellen Sandgesteins. In der Vergangenheit waren die Sandsteine einer intensiven Erosion ausgesetzt, bei der die allmähliche Erweiterung der Risse und Spalten sowie das Abschleifen der Oberfläche der Felsen erfolgte, die so ihre derzeitige Gestalt erlangten. In den Felsen gibt es mehrere Spaltenhohlräume und kleine Höhlen. Die größte Höhle ist etwa 6 m lang. In einem der Felsen befindet sich auch ein über 4 m langer Miniaturfelsentunnel.

Kozí hřbety (Ziegenrücken)

Sandsteinfelsen, deren südwestliche Seite verhältnismäßig glatte, schräg geneigte Flächen bilden, während sie gegen Nordosten durch steile, bis zu 20 Meter hohe Felshänge hin abfallen. Hier entlang verläuft eine bedeutende geologische Schnittstelle, die als Lausitzer Verwerfung bezeichnet wird. Von ihrem Kamm besteht eine schöne Aussicht auf den westlichen Teil des Lausitzer Gebirges und des Gebietes um Česká Lípa, oder zum Norden hin über das Tal der Lausitzer Neiße weit nach Deutschland hinein. Unterhalb des Kammgipfels gibt es zahlreiche alte Steinbrüche, in denen hochwertiger Sandstein als Baustoff gefördert wurde.

Töpfer

Der Tafelberg in einer Meereshöhe von 582 m ü. M. ist vor allem durch die vielen bizarren Sandsteingebilde auf dem Gipfel, durch den malerischen Berggasthof Töpferbaude und den herrlichen Ausblick auf die Landschaft der Oberlausitz, des Riesengebirges, des Isergebirges und des Zittauer Beckens bekannt. Die Dominante des Töpfers ist das Felsentor, das wegen seiner Gestalt in der Vergangenheit auch Krone genannt wurde, die einst zur Wende des 19. und 20. Jahrhunderts durch eine aus Metall bestehende Wendeltreppe als Aussichtspunkt zugänglich gemacht wurde.

Pfaffenstein (Popova skála)

Der Pfaffenstein (Popova skála - 565 m) ist ein mächtiger Sandsteinfelsen. Zwischen den auf der nördlichen Seite des Felsens aufgehäuften Steinen entstanden ein kleines Felsentor und mehrere kleinere Höhlen. Auf dem Gipfel ist ein Aussichtsturm mit einem Rundblick in die weite Umgebung zugänglich.

 

Scharfenstein

Der Scharfenstein ist ein markantes Felsengebilde unweit von Oybin und Lückendorf.Auf der Nordseite des Felsenmassivs sind bis heute die Reste in Stein gemeißelter Stufen zu sehen, bei denen man annimmt, dass sie aus dem Mittelalter stammen, als der Scharfenstein angeblich als Beobachtungsstand genutzt wurde. Vom gepflegten Aussichtspunkt auf dem Gipfel besteht ein schöner Panoramablick auf das Zittauer Gebirge mit dem Oybin, dem Hvozd (Hochwald) und dem Luž (Lausche), im Südwesten sind der Jeschkenkamm (Ještědský hřbet) und bei guter Fernsicht auch das Isergebirge und das Riesengebirge zu sehen.

Lemberk (Lämberg)

Lemberk wurde ursprünglich als Grenzwachburg an der Zittauer Handelsstraße erbaut. Von der ursprünglichen Gestalt der Burg, in der die hl. Zdislava weilte, blieb lediglich der zylinderförmige Turm erhalten, die sonstigen Teile wurden durch die Umbauten in ein Gewand der Renaissance und des Barocks gehüllt. Im Innern des Schlosses erfreuen sich größter Aufmerksamkeit die Kapelle, der Tafelsaal mit einer wertvollen Kassettendecke und gemalten Szenen aus Äsops Fabeln, die Kanzlei der Obrigkeit mit einem Tresor vom Beginn des 19. Jahrhunderts, die Schwarzküche, die Rüstkammer und die sog. Liebig-Zimmer, die an den Aufenthalt der bedeutenden Textilfabrikantenfamilie auf dem heute unzugänglichen Schloss Neue Falkenburg zur Wende des 19. und 20. Jahrhunderts erinnern. In der Nähe des Schlosse befinden sich ein Barockgarten und der sog. Zdislava-Brunnen.

 

Horní Sedlo (Pass)

Horní Sedlo ist ein kleiner Ferienort, dort, wo der Jeschkenkamm (Ještědský hřeben) das Lausitzer Gebirge berührt. Die Zeit der Gründung der Siedlung ist nicht bekannt, die ersten urkundlichen Erwähnungen stammen erst aus dem Jahre 1628, als der Ort zum Grafensteiner Herrschaftsgebiet gehörte und hier insbesondere Holzfäller lebten.  Heute dient er hauptsächlich der Erholung, wobei auch Bergsteiger häufige Gäste sind, welche die nahegelegenen Felsen Horní skály und Vraní skály aufsuchen, die über den romantischen Bergsteigerpfad zu erreichen sind. Bei der Straße oberhalb der Gemeinde finden wir eine mächtige Linde und eine Kapelle, bei der wir einen der vielen erhalten gebliebenen Bunker der in den Jahren 1937-1938 errichteten Verteidigungslinie erblicken können.

 

Loupežnický vrch (Raubschlossberg)

Der Loupežnický vrch (539 m) ist ein verhältnismäßig flacher Basaltberg mit zwei Gipfeln und eingeschränktem Ausblick. Einst stand hier wahrscheinlich die Burg Winterstein (Větrov), die offensichtlich zur Bewachung der Böhmen mit der Lausitz verbindenden Handelsstraße diente. Der Name Větrov (Winterstein), den die Ruine heute trägt, ist lediglich neuzeitliche ohne jedweden historischen Hintergrund. Die Burg wurde in der Vergangenheit (wahrscheinlich ab dem Jahre 1442 nach ihrer Zerstörung) völlig abgetragen, sodass heute keinerlei Spuren mehr zu finden sind. Die Berichte von der Existenz der Burg sind widersprüchlich, wobei unklar ist, ob hier überhaupt je eine Burg stand. 

 

An der Tobias-Kiefer (U Tobiášovy borovice)

Die Tobias-Kiefer steht an der Waldwegscheide am rot markierten Wanderweg. Mehr als 100 Jahre war sie ein bedeutender Orientierungspunkt inmitten der ausgedehnten Wälder, bei welchem nicht nur Wanderer, sondern auch Schmuggler eine Rast einlegten. Als hier um das Jahr 1800 Holz gefördert wurde, ließ der Kaufmann Tobias Kunze aus Spittelgrund (Dolní Sedlo) diese Kiefer stehen und brachte an ihr das Bildnis seines Schutzpatrons, des hl. Tobias, an, nach welchem der Baum benannt wurde. Der Weg bildete einst die Grenze des Grafensteiner und des Gabler Herrschaftsgebietes, an welche bis heute die Grenzsteine mit der Jahreszahl 1723 und mit den eingemeißelten Buchstaben G (Gabel = Jablonné) und GS (Grafenstein = Grabštejn) erinnern.

 

 


Informace o trase

 
load