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Eine Osterreise auf dem Oder-Neiße-Radweg

Isergebirge

Die architektonische wie landschaftliche Schönheit der Neißeregion ist unbestritten. Gerade wenn die Frühlingssonne das erste zarte Grün in die Parks und Gärten der Städte, auf die Felder und Hänge der Gebirge zaubert, beginnt die Zeit der Ausflügler und Freizeitsportler in der Natur. Immer größerer Beliebtheit erfreut sich dabei, bei Einheimischen wie Touristen, die Fortbewegung per Fahrrad.
Egal ob die Berg- und Talfahrt für sportlich Aktive oder der gemütliche Familienausflug über seichte Ebenen – der fast 600km lange Oder-Neiße-Radweg bietet für jeden Geschmack das passende Streckenprofil. Besonders in der Osterzeit wird die Reise auf dem südlichen Teil des Oder-Neiße-Radweg auch zu einer Entdeckungsreise der kulturellen Art, denn die Osterbräuche der Region erzählen viel über die reiche Geschichte dieses Landstriches. Von der Neißequelle nahe des Ortes Nová Ves bei Jablonec nad Nisou führt der Radweg durch das Isergebirge, wo zu Ostern viele Städte ihre traditionellen Jahrmärkte abhalten. Ein besonders eindrucksvolles Fest findet im Anwesen Dlaskův statek in Dolánky bei Turnov statt, wo zahlreiche Osterbräuche wie das Hinaustragen der den Winter symbolisierenden Strohpuppe oder das Flechten der Osterrute zelebriert werden. In der Wasserburg Lipý bei Česká Lípa werden jährlich am Osterwochenende die Passionsspiele aufgeführt. Kurz nach der deutsch-tschechischen Grenze gelangt man in das sächsische Zittau. In der mittelalterlichen Kleinstadt wird das höchste christliche Fest nicht zuletzt auch an einem der größten sakralen Schätze gefeiert, welche die Region zu bieten hat. Denk mal am Fastentuch! heißt die Veranstaltung, welche am Gründonnerstag und Ostersonntag mit Musik und Literatur zum Verweilen am Großen Zittauer Fastentuch von 1472 einlädt. Auf halber Strecke in Richtung Görlitz findet dann ein ganz besonderes, Jahr für Jahr von zahllosen Besuchern erlebter Brauch seine Fortsetzung. Bereits zum 383. mal beginnt an der katholischen Kirche in Ostritz am Ostersonntag die Saatreiterprozession zum Kloster St. Marienthal. Die etwa 100, traditionell in Frack und Zylinder gekleideten Osterreiter werden auch in diesem Jahr wieder von Bläsern begleitet; Priester verkünden an den verschiedenen Stationen des Weges die Osterbotschaft und den Ostersegen. Auch das nur wenige Kilometer nördlich gelegene Görlitz hat eine alte Ostertradition zu bieten. Am Abend des 22. April setzt sich die Prozession entlang des Kreuzweges entlang der Leidensstationen Christi von der Peterskirche zum Heiligen Grab in Bewegung. Weiter geht die Reise auf dem Oder-Neiße-Radweg vorbei an der Kulturinsel Einsiedel bis zu den weit ausgedehnten historischen Anlagen des UNESCO-Weltkulturerbe Fürst-Pückler-Park Bad Muskau, wo es nicht nur das verzweigte Wegenetz des zu beiden Seiten der Neiße – also in Deutschland und Polen – liegenden Parkes zu entdecken gilt; auch eine österliche Fahrt mit der Waldeisenbahn ist ein von der Reise entspannendes Vergnügen, nicht nur für Kinder. Weitere Informationen zum Osterprogramm im Landkreis Görlitz und im Landkreis Liberec finden Sie im Internet: www.liberecky-kraj.cz

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