Isergebirge
Die erste Rodelbahn entstand in Morchenstern schon im Jahre 1912. Sie führte von dem Schwarzbrunngipfel zur Karl Roigk Fabrik in der Táborová ulice (Lagergasse) 887 und 888, worin Dachpappe und Zement erzeugt wurden.
Das Rodelwettrennen ging in Morchenstern an mehreren Stellen vor sich. Es war zum Beispiel an dem Wege vom Bernsdorf nach Mittelmorchenstern, zu der ehemaligen Gaststätte Fortuna. Die Morchensterner Rodelfahren wurden in der Zeit zwischen den beiden Kriegen zu den erfolgreichsten Wettrennern gezählt. Hanni Fink ist in den 20. Jahren zweimal Europameisterin geworden. Der berühmte Rodelerzeuger Alfred Soukup, war an seinem Zweisitzrodel der zweite im Ziel. Als Merkwürdigkeit – Alfred Soukup beteiligte sich noch im Jahre 1961, im Alter von 75 Jahren, an der Republikrodelmeisterschaft der ČSSR in der Slowakei.
Der zweite Weltkrieg hat die Tradition des Rodelwettrennens untergebrochen. Schon im Jahre 1946 erneuten Gebrüder Josef und Bohuslav Patrman die Tradition, als sie das erste nachkriegs Wettrennen organisierten und zu derselben Zeit den Rodelverein gründen. Im Jahre 1950 fand an der Strecke Horní Černá studnice (Oberschwarzbrunn) - Jablonec n.N (Gablonz a.N) die Meisterschaft der Tschechoslowakischen Republik statt. Der damalige Sieger war Rudolf Musil aus Morchenstern.
Der goldene Zeitraum des Rodelfahrens fällt in die 60. Jahre und Anfang der 70. Jahre des 20. Jahrhunderts. Nicht nur bei uns, sondern in der ganzen Welt sind die Namen der Morchensterner Rodelwettrenner bekannt. Nennen wir zumindest die erfolgreichsten und bekanntesten: Horst und Roland Urban, Dana Beldová – Spálenská, Erich Peukert, Jiří Hujer, Jan Hamřík, Anelis Vater – Vobořilová, Hana Nesvatbová, Manfred Novotný, Petr Škrabálek und andere. Morchenstener Rodelfahrer beteiligen sich in zahlreichen Mengen an Olympischen Spielen, an Welt- und heimischen Lanzenstechen und erreichen dort merkwürdige Erfolge.
Der Aufbau einer neuen Rodelbahn, zu der nach dem Horst Urbans Vorschlag Ing. Nechanický die Projektion ausarbeitete, begann am 15. Juni 1972. Die ganze Strecke ist 1020 m lang, mit der Neigung 8,3 %, sie umfasst 8 Kurven mit einem Karussell. Am 10. November 1975 wurde die Rodelbahn feierlich eröffnet und in Betrieb gesetzt. Seit dem Jahre 1975 wird die Bahn nicht nur zum Rodeln, sondern auch zum sommerlichen Skelettfahren benützt. In den 80. und 90. Jahren entstanden neue Probleme. Es gibt wenige junge Leute, die das Rodelfahren ausüben, das Wetter in Wintern ist nicht günstig. In der Welt werden neue, künstlich frierende Rodelbahnen gebaut, mit denen die Morchenstener Rodelbahn nicht konkurrieren kann. Aber das Hauptproblem sind die Finanzen. In der Gegenwart werden einige Teile der Bahn rekonstruiert. Die Bahn ist die einzige in Tschechien, die fahrbar ist, aber ihre Ausnützungsmöglichkeit ist von den Wetterverhältnissen abhängig.
Im Allgemeinen wird mit dem Rodelsport unterbewusst Herr Petr Urban, hiesiger Rodelwettrenner und Comicstripzeichner verbunden. Die anderen Wettrenner erwerben jetzt ihre Punkte eher nur als Junioren. In Morchenstern gibt es aber immer noch genügend Lust zum Rodeln. Das beweisen auch erfolgreiche Saisonen der Schülerkategorien.
Quelle: Historische Spaziergänge durch Morchenstern – Kalender 2005.
Die Morchensterner Rodelbahn können sie sich bei der Gelegenheit vieler Wettkämpfe, die da während der Wintersaison vor sich gehen, ansehen. Nächster Wettkampf – die Meisterschaft der Junioren und Erwachsener der Tschechischen Republik wird in den Tagen 5. – 6. Februar 2011 stattfinden.
Weiterer Informationsinhalt befindet sich an den Seiten der Českomoravská sáňkařská federace – Böhmischmährische Rodelföderation - www.sane.cz.
