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Wanderung um die Rodelbahn mit Zeichnungen von Miroslav und Milan Valenta

Isergebirge

Das Wandern um die malerische Natur des Morchensterner Hirschwinkels beginnen wir bei der Eisenbahnstation Smržovka střed (Mittelmorchenstern) oder in der Občanská ulice (Bürgergasse), dort wo sich das Standbild des Mäzens aller Wandernder, der Armen und der Liebender, des Helfers in jeder Not hl. Anton Paduaner befindet. Von hier aus wird unsere Trasse über den Hirschwinkel zu der Rodelbahn folgen. Diejenigen, die dann noch genügend Kraft zum Weitergehen haben, können dann weiter zu der Schwarzbrunnwarte gehen, oder an die andere Seite in Richtung Neu Dorf zu der Neißequelle einschlagen.

Als Anhalt und Reiseführer auf diesem Ausfluge werden an vielen interessanten Stellen für Sie die Gemälde von Miroslav und Milan Valenta aus Morchenstern sein.

Der Heilige Anton Paduaner – in der Bürgergasse beim Hause Nr. 594

Der Heilige Anton Paduaner (13. Jahrhundert) war ein Mitglied des Franz von Assisi Ordens. Laut der Legende war er ein großer Prediger, aber in der Italienischen Stadt Rimini wollte ihm niemand zuhören, und dann steckten die Fische ihre Köpfe aus dem Wasser heraus und hörten ihm zu. Alle Bewohner der Stadt wandten sich nach diesem Zauber um. So wird er auch verbildet. Seine meist benutzten Attributen sind ein Buch und eine Lilie, weiter ein Fisch, ein Esel und vor allem ein kleines Christkindel, das der Heilige in einem Franziskaner Gewand gekleidet, in seinen Armen hält. Das Standbild stammt wahrscheinlich aus dem Ende des 18. Jahrhundert und ihr erster Inhaber war Anton Dressler, ein Geschäftsmann mit Glaswaren, der im Jahre 1796 die Schleifmühle Konskriptionsnummer 424 käuflich erworben hat. Nach den Gerüchten stand die Statue ursprünglich an der Stelle, wo später das Kreuz des Verwalters angebracht wurde. Die Statue musste wegen einer starken Nötigung der Frau Frischer dem Kreuz Platz machen. Das Standbild wurde also zum Hause Nr. 424 versetzt, der Inhaber dieses Hauses Herr Schwarz, genannt Kajetan, gab seinen Garten für die Placierung der Statue zur Verfügung. Später wurde das Standbild zum Haus Nr. 594 versetzt, die Umstände, wieso es dazu gekommen ist, sind nicht bekannt. Im Jahre 1882 wurde das Standbild renoviert und mit einem Lattenzaum auf Kosten des Herrn Augustin Hübner, der in dem Haus einige Zeit wohnte, ausgestattet. Im Jahre 1946 hat der neue tschechische Inhaber des Hauses das Standbild eingefärbt. In den Jahren 2009 -2010 wurde dieses Denkmal mit einer finanziellen Hilfe des Reichenberger Bezirkes restauriert.

Fischerstein – im Walde unweit vom Morchensterner Aussichtsroute, ein kleines Stückel unter dem Ziel der Rodelbahn.

Die Inschrift auf dem etwa 130 cm hohem Stein: 1848 F.J.F., in einem Herz eingerahmt, hat der damalige Waldbesitzer Franz Josef Fischer, dem damals das Haus Nr. 170 im Hirschwinkel gehörte, bei der Waldstraße am 10. August 1849 eingemeißelt. In der damals politisch sehr bewegten Zeit, nach der Revolution von 1848, dokumentierte er die umfangreichen Altbesitzrechte der ursprünglichen Bewohner – Lehenmänner. Das Jahr 1848 war ein Signal für das freie Bürgertum.

Die Lehenmänner waren die ersten Ansiedler am Neuland, was vor allem Wälder waren, denen Böhmischer König umsonst den Boden gab, um es zu kultivieren. Sie waren von der Leibeigenschaft von Anfang an verschont. Die Erstbesiedlung dieser Ländereien mit Deutschen Kolonisten im Hirschwinkel begann in der Mitte des 16. Jahrhunderts. Es gibt im Hirschwinkel 5 Stammgüter, die sich von der Heidenstraße – Vřesová ulice bis zur jetzigen Táborová ulice dehnen. Die Grenzen zwischen den einzelnen Gütern sind noch jetzt nach den fortlaufenden Reihen von Steinrücken erkennbar. Diese Steinrücken sind wahrscheinlich die ältesten Kulturdenkmale der hiesigen Besiedlung.

Druckhütte – neben der Rodelbahn gegenüber dem Hause Nr. 530

Die Druckhütten kann man zu den hiesigen originellen ursprünglichen Bauten zählen. In den Druckhüten wurden Glaskurzwaren wie Glasperlen, Glasknöpfe und Lusterbehang aus am Ende geschmolzenen Glasstangen erzeugt. Die Glashütten sind kleine Bauten, sie wurden manchmal aus Holz gebaut, aber auch aus Granitbruchsteinen oder Ziegeln. Ganz sonderbar ist die Entlüftung der Druckhütten, oben an dem Giebeldach ist eine Öffnung, die mit einem weiteren kleinen Dach, genannt Giebelkamin bedeckt ist. Diese Einrichtung diente als Abzug der rauchigen heißen Luft. Zu den Schildwanden sind Kamine zugebaut, die meistens am unteren Teil verbreitet sind und bilden so einen Ofen zum Schmelzen der Glasstangen.

Am Morchensterner Gelände erhielte sich glücklicherweise eine ganze Menge von Bauten der ursprünglichen Architektur, die für das ganze Gebiet des Isergebirgs Bergfußes typisch sind. Diese Bauten stammen aus dem Beginn des 19. Jahrhunderts. Es handelt sich um die ursprünglichen Holzzimmerbauten mit hohen Giebeldachen. Die Standortbestimmung der einzelnen Landhäuser war oft von der Anwesenheit eines Wasservorkommens abhängig. Die Häuser dienten dann gleichzeitig als Wohnungen und als Lebensunterhalt d.h. Werkstätte – Schleifmühlen. Diese Art von Bauen befindet sich in der Nähe des Morchensterner Grundbaches und dessen Nebenbächen und am Rande des Flusses Kamnitz.

Breuer Börnl (Brünnlein) an der Waldstraße (der Weg zur Rodelbahn)

Das Brünnlein erinnert an den Straßenbaumeister Anton Heinrich Breuer aus dem Hirschwinkel Nr. 171. Er hat die Waldstraße 1912 mit seinen Leuten von der Staffecke / Neudorferstraße in zwei großen Bogen durch den Wald nach Hirschwinkel - Neurode neu gebaut. Breuer hatte am Börnl Grundbesitz. Es befindet sich in der Nähe der gegenwärtigen Baumaterialverkaufsstelle in der Švermastraße.

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