Böhmisches Paradies
Im Verlauf des 18. und 19. Jahrhunderts gehörte der böhmische Granat zu den beliebtesten Steinen des böhmischen Volksschmucks. Zum Anstieg in Schmuckfertigung kam es in der Mitte des 19. Jahrhunderts, wenn Granate in Schleifwerkstätten in vielen Orten des Böhmischen Paradieses verarbeitet wurden.
Landmädchen trugen Granatschnüren am Hals, geschliffene und gebohrte Granate dienten als Teil der Stickerei an der Volkstracht. Nach dem Hofball in Wien, wo die russische Zarin geschmückt mit schönem Komplet mit böhmischen Granaten im Gold erschien, wuchs die Vorliebe für Granatschmuck noch mehr.
Granat ist ein Stein vom Feuer, wie es sein zweiter Name - Pyrop (aus griechischem pyropos = feuerähnlich) sagt. Er beeinfl usste die Entwicklung von Turnov, wie in der Industrie, die sich zusammenhängend mit Schleifen und Polieren von Granat entwickelte, so auch bei nachfolgender Verarbeitung in Schmuck. Der Name Granat stammt wahrscheinlich aus der Zeit der Regierung von Rudolf II. Damals benannte der Arzt Anselm Boetius de Boot so den Stein, weil er ihm an die Farbe des Granatapfels erinnerte, welcher oft auf dem Kaisertisch erschien.
Dem böhmischen Granat erkennt man mehrere Eigenschaften zu – er erweckt die Lebensenergie, regt Aktivität an, unterstützt Begeisterung und Ausdauer, die Zielsetzung zum erfolgreichem Ziel zu bringen. Jeder schätzt sicher die Fähigkeit des Granats das Selbstvertrauen des Menschen zu stärken und seinen Einfl uss auf Milderung von Depressionen. Im Mittelalter sollte Granat Trüben abtreiben, vor Alpträumen und Krankheiten schützen. Man sagt, dass wenn in den Granat die Figurine von Löwen eingraviert und als Anhänger getragen wurde, schützte er die Gesundheit des Trägers, heilte seine Krankheiten und schützte ihn beim Reisen.
Den böhmischen Granat kann man nur in Tschechien fi nden. In der Welt existiert¨nur sein Verwandter, Almandin, dieser Stein hat aber die einzigartigen Eigenschaften des böhmischen Granats nicht. Kleine Stücke von Granat so auszuschleifen, damit man sie in den Schmuck einsetzen kann, in welchem seine herrliche Farbe hervorragt, ist aber nicht einfach, man braucht dazu grosse Menge Geschicklichkeit. Die Kunst der Schleifer können Sie im Besucherzentrum der DUV Granát und in Sommermonaten auch im Museum des Böhmischen Paradieses bewundern.
